Es wurde sehr viel geschrieben und gesagt in den vergangenen Tagen, man hörte eine Menge, auch viele Gerüchte. Die Meldung der Finanzprobleme der HB Ludwigsburg war ein riesiger Schock, wobei er ein absehbarer war. Überrascht hat am Ende nur der Zeitpunkt. Der hätte ungünstiger nicht sein können, im Jahr der Weltmeisterschaft im eigenen Land, vor allem aber mitten in der Vorbereitung. Für alle, die mit dem Handball beim Serienmeister ihr Geld verdient haben, ist es eine absolute Katastrophe.
Man könnte nun ausführlich über die genaue Entwicklung der Probleme in Ludwigsburg diskutieren, aber das wäre müßig. Der Supergau ist eingetreten und nicht mehr rückgängig zu machen. Die Situation vor Ort war speziell. Der Hauptsponsor leistete sich die Mannschaft als privates Vergnügen, anstatt in eine sinnvolle Marketingstrategie zu investieren. Welcher Sinn steckte eigentlich dahinter? Diese Frage kann nur Eberhard Bezner selbst beantworten.
Das ist so lange in Ordnung, wie es gut geht. Aber dann? Dann steht man vor einem Scherbenhaufen. Wie einst in Bremen oder Lützellinden. Die Vereine aus Nürnberg, Frankfurt/Oder, Trier oder Leipzig können ebenfalls ein Lied davon singen. Die meisten davon existieren gar nicht mehr. Und wir sprechen hier nicht von irgendwelchen Mannschaften, die mal einige Jahre in der Bundesliga dabei waren. Wir sprechen von ehemaligen Vorzeigeklubs, die teilweise über Jahrzehnte den deutschen Frauenhandball prägten.
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Es ist also ein historisches Problem, das der deutsche Frauenhandball hat, kein neues. Im Prinzip geht es dabei immer um das liebe Geld und um Professionalität. Wer die Geschichten des TuS Walle Bremen um den schillernden Volker Brüggemann, den "arbeitslosen" Meister 1. FC Nürnberg oder den realitätsfernen Kay-Sven Hähner beim HC Leipzig kennt, der sieht ein Muster. Es wurde meist sehr viel gelogen und vor allem die Spielerinnen stets an der Nase herumgeführt.
Wie kann das aber immer wieder möglich sein? Wer sich in der Szene auskennt, der wird die Antwort recht schnell finden. In den meisten Klubs mangelt es an Professionalität. Das ist die bittere Realität. Wer Professionalität möchte, der muss sie eben auch bezahlen können. Und da es an vielen Standorten immer wieder am Geld fehlt, beißt sich die Katze gerne mal in den Schwanz und der Frauenhandball wird zum Sammelbecken von Amateuren.
Es ist also ein historisches Problem, das der deutsche Frauenhandball hat, kein neues. Im Prinzip geht es dabei immer um das liebe Geld und um Professionalität. Wer die Geschichten des TuS Walle Bremen um den schillernden Volker Brüggemann, den "arbeitslosen" Meister 1. FC Nürnberg oder den realitätsfernen Kay-Sven Hähner beim HC Leipzig kennt, der sieht ein Muster. Es wurde meist sehr viel gelogen und vor allem die Spielerinnen stets an der Nase herumgeführt.
Wie kann das aber immer wieder möglich sein? Wer sich in der Szene auskennt, der wird die Antwort recht schnell finden. In den meisten Klubs mangelt es an Professionalität. Das ist die bittere Realität. Wer Professionalität möchte, der muss sie eben auch bezahlen können. Und da es an vielen Standorten immer wieder am Geld fehlt, beißt sich die Katze gerne mal in den Schwanz und der Frauenhandball wird zum Sammelbecken von Amateuren.
Die sind teilweise enorm engagiert, fleißig und loyal. Aber sie üben ihre Arbeit in den Vereinen sehr oft neben ihres eigentlichen Jobs aus. So wird es schwer sich zu fokussieren, ein Netzwerk aufzubauen und Vollgas zu geben. Das machen die Mädels nicht nur auf dem Feld, sondern auch im Kraftraum oder bei Laufeinheiten. Sie bringen sehr viele Opfer, die am Ende oft nicht im Ansatz so bezahlt werden wie es eigentlich der Fall sein sollte.
Möchte man also die regelmäßig wiederkehrenden Probleme im deutschen Frauenhandball lösen, dann muss hier angesetzt werden. Die Forderung nach mehr Sichtbarkeit, besonders bei Social Media, mag schön und gut sein, es ist allerdings nicht die wichtigste Maßnahme. Es müssen Rahmenbedingungen geschaffen werden, die professionell sind. Klicks im Internet generieren zwar Aufmerksamkeit, bringen aber beim aktuellen Status des deutschen Frauenhandballs keinen Mehrgewinn.
Sie locken nicht urplötzlich Massen an Menschen in die Halle, die sich mit Fan-Artikeln eindecken. Sie verkaufen auch keine Dauerkarten. Und sie akquirieren keine Sponsoren. Zuerst muss eine professionelle Basis geschaffen werden. Ein Auftreten, eine Arbeitsmoral und eine Kompetenz, die alle die Bezeichnung "professionell" auch wirklich verdient haben. Ein Produkt, das die Leute begeistert und mitreißt. Tolle Spiele mit Begeisterung, Leidenschaft und Herz.
Gleichzeitig bedarf es deutlich mehr Ehrlichkeit. Ehrlichkeit den Spielerinnen gegenüber, die sich im täglichen Training, bei stundenlangen Auswärtsfahrten und teilweise fragwürdigen Rahmenbedingungen quälen. Ehrlichkeit den Fans gegenüber, die sich großartig engagieren und ihren Teams quer durch die Republik hinterher fahren und unterstützen. Und Ehrlichkeit untereinander, wenn es meist um eigene Interessen geht und nicht um den Frauenhandball an sich.
Werden Spielerinnen eigentlich immer so beraten, wie sie beraten werden sollten? Natürlich, der Sport ist auf der höchsten Ebene ein Geschäft, das sollte allen klar sein. Genauso sollte aber allen ihre umso größere Verantwortung klar sein, da eben nicht die Unsummen wie beispielsweise im Fußball verdient werden. Die ein oder andere Spielerin muss aber auch ehrlich zu sich selbst sein und erkennen, dass nicht alle Berater immer in deren Interesse agieren.
Möchte man also die regelmäßig wiederkehrenden Probleme im deutschen Frauenhandball lösen, dann muss hier angesetzt werden. Die Forderung nach mehr Sichtbarkeit, besonders bei Social Media, mag schön und gut sein, es ist allerdings nicht die wichtigste Maßnahme. Es müssen Rahmenbedingungen geschaffen werden, die professionell sind. Klicks im Internet generieren zwar Aufmerksamkeit, bringen aber beim aktuellen Status des deutschen Frauenhandballs keinen Mehrgewinn.
Sie locken nicht urplötzlich Massen an Menschen in die Halle, die sich mit Fan-Artikeln eindecken. Sie verkaufen auch keine Dauerkarten. Und sie akquirieren keine Sponsoren. Zuerst muss eine professionelle Basis geschaffen werden. Ein Auftreten, eine Arbeitsmoral und eine Kompetenz, die alle die Bezeichnung "professionell" auch wirklich verdient haben. Ein Produkt, das die Leute begeistert und mitreißt. Tolle Spiele mit Begeisterung, Leidenschaft und Herz.
Gleichzeitig bedarf es deutlich mehr Ehrlichkeit. Ehrlichkeit den Spielerinnen gegenüber, die sich im täglichen Training, bei stundenlangen Auswärtsfahrten und teilweise fragwürdigen Rahmenbedingungen quälen. Ehrlichkeit den Fans gegenüber, die sich großartig engagieren und ihren Teams quer durch die Republik hinterher fahren und unterstützen. Und Ehrlichkeit untereinander, wenn es meist um eigene Interessen geht und nicht um den Frauenhandball an sich.
Werden Spielerinnen eigentlich immer so beraten, wie sie beraten werden sollten? Natürlich, der Sport ist auf der höchsten Ebene ein Geschäft, das sollte allen klar sein. Genauso sollte aber allen ihre umso größere Verantwortung klar sein, da eben nicht die Unsummen wie beispielsweise im Fußball verdient werden. Die ein oder andere Spielerin muss aber auch ehrlich zu sich selbst sein und erkennen, dass nicht alle Berater immer in deren Interesse agieren.
Die Verbände stehen ebenso in der Pflicht und müssen konsequenter handeln. Das aktuelle Chaos hätte vermieden werden können, wenn man im HBF-Lizenzausschuss besser gearbeitet und konsequenter gewesen wäre. Das Bild, das man nun abgibt, ist deutlich schlechter als das, was ein Lizenzentzug der Ludwigsburger im Juni abgegeben hätte. Eine Liga mit elf Mannschaften, kein direkter Absteiger und Spielerinnen auf Vereinssuche mitten in der Vorbereitung sind die Folge. Amateurhaft.
So lange Klubs und Verbände nicht bereit sind ihre Fehler zu erkennen und weiter mit dem Finger auf Andere zeigen, dann wird der Frauenhandball in Deutschland nicht vom Fleck kommen. Sollten nicht genügend Vereine das passende Umfeld bieten können, erscheint ein harter Schnitt alternativlos. Was nützen einem neun gesunde Teams in der Liga, wenn drei andere um das nackte Überleben kämpfen? Ausnahmegenehmigungen darf es in Zukunft nicht mehr geben, sie sind absolut kontraproduktiv.
Außerdem muss sich der Verband die Frage stellen, ob er alles für eine entsprechende Entwicklung tut. Wo genau sind denn die Leistungszentren für den weiblichen Jugendbereich, die schon seit Jahren geplant werden? Immer wieder wird alles hinausgezögert. Wer so arbeitet, der kommt nicht vorwärts. Und wer nicht vorwärts kommt, der entwickelt sich zurück und wird überholt. Es wird viel geredet im deutschen Frauenhandball, gemacht wird leider nur sehr wenig. Zeit, dass umgedacht wird.
Außerdem muss sich der Verband die Frage stellen, ob er alles für eine entsprechende Entwicklung tut. Wo genau sind denn die Leistungszentren für den weiblichen Jugendbereich, die schon seit Jahren geplant werden? Immer wieder wird alles hinausgezögert. Wer so arbeitet, der kommt nicht vorwärts. Und wer nicht vorwärts kommt, der entwickelt sich zurück und wird überholt. Es wird viel geredet im deutschen Frauenhandball, gemacht wird leider nur sehr wenig. Zeit, dass umgedacht wird.
Sascha Staat